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Week of 2026-08-17EnglishEspañolFrançaisPortuguês

Normen-Radar: EU-KI-Pflichten, Indien und Chile im Fokus

Was diese Woche wirklich zählt

Wenn du eine App mit Lovable, Bolt oder v0 gebaut hast und dabei KI-Funktionen einsetzt (Chatbot, Textgenerierung, Bildgenerierung), betrifft dich das Wichtigste in diesem Update direkt: Seit dem 2. August 2026 gelten im EU-Raum die Transparenzpflichten des EU AI Act (Art. 50). Das bedeutet konkret zwei Dinge für eine kleine Web- oder Mobile-App:

  • Nutzer müssen erkennen können, dass sie mit einem KI-System interagieren (z. B. ein Hinweis im Chat-Interface).
  • Inhalte, die von deiner App automatisch generiert werden, müssen entsprechend gekennzeichnet sein.

Diese Regeln gelten unabhängig davon, ob deine App groß oder klein ist – entscheidend ist, ob sie in der EU angeboten wird. Details und den vollständigen Verordnungstext findest du in der EU AI Act Ficha sowie in der amtlichen Fassung.

Was in den nächsten 180 Tagen kommt

EU AI Act – Ende der Übergangsfrist fürs Kennzeichnen (2. Dezember 2026) Wer generative KI-Systeme schon vor dem 2. August 2026 auf dem Markt hatte, bekam durch das digitale Omnibus-Paket eine Übergangsfrist. Diese endet am 2. Dezember 2026. Ab dann muss auch bei bereits bestehenden Systemen eine maschinenlesbare Kennzeichnung generierter Inhalte vorhanden sein (Art. 50 Abs. 2). Für Builder heißt das: Wenn deine App KI-generierte Texte, Bilder oder Audio ausgibt und schon vor August 2026 live war, solltest du die Kennzeichnung bis Anfang Dezember 2026 nachrüsten. Mehr dazu in der EU AI Act Ficha.

DPDP Act – Indien (1. November 2026) Am 1. November 2026 treten die Durchführungsregeln zum indischen Digital Personal Data Protection Act 2023 in Kraft. Das Gesetz gilt nicht nur für Unternehmen mit Sitz in Indien, sondern auch für Apps außerhalb Indiens, die dort Waren oder Dienstleistungen anbieten. Wichtige Bausteine sind ein überprüfbares Einverständnis (Consent) der Nutzer und Pflichten für den sogenannten "Data Fiduciary" – vergleichbar mit dem Verantwortlichen nach DSGVO-Logik, aber mit eigenen Anforderungen. Wenn du Nutzer in Indien hast oder gezielt dorthin vermarktest, lohnt sich ein Blick auf die DPDP-Ficha und den offiziellen Gesetzestext.

Ley 21.719 – Chile (1. Dezember 2026) Chile bekommt ein komplett neues Datenschutzregime, das die bisherige Ley 19.628 ablöst und eine eigene Aufsichtsbehörde schafft. Für Apps mit chilenischen Nutzern bedeutet das ab dem 1. Dezember 2026 neue Spielregeln beim Umgang mit personenbezogenen Daten. Details findest du auf der Chile-Ficha sowie im offiziellen Normtext.

Was das für einen Solo-Builder konkret bedeutet

Die gute Nachricht: Keine dieser Regeln verlangt sofortiges Handeln von heute auf morgen – die Fristen liegen zwischen November und Dezember 2026. Die weniger gute Nachricht: Wer mehrere Märkte gleichzeitig bedient (EU-Nutzer mit KI-Feature, indische Nutzer, chilenische Nutzer), sammelt schnell mehrere parallele Pflichten an, die leicht aus dem Blick geraten, wenn man sie manuell verfolgen muss.

Für die meisten kleinen Apps reicht es, sich drei Fragen zu stellen:

  1. Nutzt meine App generative KI und zeigt sie Inhalte, die als KI-generiert erkennbar sein müssen?
  2. Habe ich Nutzer in Indien oder plane ich, dort aktiv anzubieten?
  3. Habe ich Nutzer in Chile?

Wenn eine dieser Fragen mit Ja beantwortet wird, lohnt sich ein genauerer Blick auf die jeweilige Frist – nicht mehr, nicht weniger.

Jetzt den eigenen Status prüfen

Statt jede Ficha einzeln durchzugehen, kannst du in wenigen Minuten sehen, wo deine App aktuell steht: Auf golexvibe.com/check prüfst du kostenlos und ohne Registrierung, ob deine Datenschutzerklärung, AGB, dein Cookie-Banner und deine EU-AI-Act-Klassifizierung auf dem aktuellen Stand sind – inklusive der Fristen aus diesem Update. LexVibe hält die Dokumente danach automatisch aktuell, wenn sich die zugrunde liegenden Regeln ändern.

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