Was diese Woche wirklich zählt
Der regulatorische Kalender füllt sich – aber nicht alles betrifft eine kleine App, die mit Lovable, Bolt oder v0 gebaut wurde. Wir haben die vier Punkte herausgefiltert, die für Builder ohne juristischen Hintergrund tatsächlich relevant sind: zwei laufen bereits, zwei kommen in den nächsten sechs Monaten.
Schon aktiv: EU AI Act, Transparenzpflichten (Art. 50)
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des EU AI Acts. Wenn deine App Nutzer:innen mit einem Chatbot oder generativer KI interagieren lässt, musst du:
- klar machen, dass es sich um eine Interaktion mit KI handelt, und
- KI-generierte Inhalte entsprechend kennzeichnen.
Das gilt für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, die in der EU angeboten werden – also auch für Solo-Builder mit Nutzer:innen in der EU, unabhängig vom Firmensitz. Das im Juni 2026 verabschiedete "Digital Omnibus" hat an diesem Startdatum nichts geändert.
👉 Details zur Einstufung deines Systems: EU AI Act – Ficha
Bald aktiv: Ende der Übergangsfrist für die KI-Kennzeichnung (2. Dezember 2026)
Wer generative KI-Systeme schon vor dem 2. August 2026 auf den Markt gebracht hat, profitierte bisher von einer Übergangsfrist des Digital Omnibus. Diese Gnadenfrist endet am 2. Dezember 2026. Ab diesem Datum muss auch bereits im Einsatz befindlicher generativer KI-Output über eine maschinenlesbare Kennzeichnung verfügen (Art. 50 Abs. 2).
Für Builder heißt das konkret: Wenn deine App schon vor August live war und KI-Content erzeugt (Text, Bild, Audio), solltest du bis Anfang Dezember 2026 eine technische Kennzeichnungslösung eingebaut haben – nicht nur einen Hinweistext für Nutzer:innen.
Am Horizont: Indiens DPDP Act (1. November 2026)
Der Digital Personal Data Protection Act 2023 (Indien) tritt zusammen mit seinen Durchführungsregeln am 1. November 2026 vollständig in Kraft. Betroffen sind Apps, die personenbezogene Daten in Indien verarbeiten – oder von außerhalb Indiens Waren oder Dienstleistungen für den indischen Markt anbieten. Zentrale Neuerungen sind ein überprüfbares Einwilligungsverfahren und konkrete Pflichten für sogenannte "Data Fiduciaries" (vergleichbar mit Verantwortlichen nach DSGVO-Logik).
Wenn deine App auch nur eine kleine Nutzerbasis in Indien hat oder gezielt dorthin vermarktet wird, lohnt sich rechtzeitig ein Blick auf deine Einwilligungs- und Datenschutzprozesse.
🔗 Offizieller Text: indiacode.nic.in 👉 Ficha: DPDP Act – Ficha
Am Horizont: Chiles neues Datenschutzgesetz (1. Dezember 2026)
Am 1. Dezember 2026 tritt in Chile die Ley 21.719 in Kraft, die das bisherige Regime (Ley 19.628) ersetzt und eine neue Aufsichtsbehörde schafft. Für Apps mit Nutzer:innen in Chile bedeutet das ein neues, umfassenderes Datenschutzregime, das eigene Anforderungen an Verarbeitung, Rechte der Nutzer:innen und Aufsicht mitbringt.
Noch ist Zeit, aber wer heute seine Datenschutzerklärung aufsetzt, sollte diesen Termin bereits im Blick haben, statt später nachzubessern.
🔗 Offizieller Text: bcn.cl 👉 Ficha: Ley 21.719 – Ficha
Was solltest du diese Woche konkret tun?
- Prüfe, ob deine App generative KI-Funktionen nutzt – falls ja, ist die Kennzeichnungspflicht seit August aktiv, und die Übergangsfrist für ältere Systeme läuft im Dezember 2026 aus.
- Schau dir deine Nutzerbasis an: Hast du Traffic aus Indien oder Chile? Dann rücken DPDP und Ley 21.719 näher, als es der Kalender vermuten lässt.
- Halte deine Datenschutzerklärung, Nutzungsbedingungen und Cookie-Hinweise so aktuell wie deinen Code – gerade bei schnell iterierenden Vibe-Coding-Projekten geht das leicht unter.
Check-up statt Rätselraten
Du musst nicht jede Verordnung selbst durchlesen, um zu wissen, ob und wann sie deine App betrifft. Mit dem kostenlosen Check auf golexvibe.com/check – ganz ohne Registrierung – siehst du in wenigen Minuten, wo deine App heute steht und welche der oben genannten Fristen für dich relevant werden könnten.