Was diese Woche wirklich zählt
Für Builder, die mit Lovable, Bolt oder v0 schnell shippen, sind zwei Dinge aus dem EU AI Act gerade akut geworden – und zwei weitere Datenschutzgesetze außerhalb Europas rücken näher. Hier die kompakte Übersicht ohne Juristendeutsch.
Seit Kurzem in Kraft: Transparenzpflichten des EU AI Act
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689). Konkret bedeutet das: Wenn deine App KI-Funktionen anbietet, die in der EU genutzt werden, musst du Nutzer:innen darauf hinweisen, dass sie mit einem KI-System interagieren, und von der KI erzeugte Inhalte entsprechend kennzeichnen.
Betroffen sind sowohl Anbieter als auch Betreiber von KI-Systemen, die in der EU angeboten werden – also nicht nur große Modellbetreiber, sondern auch kleine Apps mit einem Chatbot, einem Textgenerator oder einer Bildfunktion. Wer bereits eine EU-AI-Act-Klassifizierung für seine App hat, sollte jetzt prüfen, ob die Transparenzhinweise in der Nutzeroberfläche tatsächlich sichtbar sind.
Nächste Frist: Kennzeichnungspflicht endet Schonfrist
Am 2. Dezember 2026 endet die Übergangsfrist aus dem digitalen Omnibus für generative KI-Systeme, die bereits vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden. Ab diesem Datum muss auch bei diesen älteren Systemen der von KI erzeugte Inhalt maschinenlesbar markiert werden (Art. 50 Abs. 2).
Das betrifft dich besonders, wenn deine App-Funktion mit generativer KI schon länger läuft: Die anfängliche Schonfrist fällt weg, und die technische Kennzeichnung (nicht nur ein Hinweistext) wird verpflichtend. Wer jetzt noch keine maschinenlesbare Markierung implementiert hat, hat bis Anfang Dezember Zeit, das nachzuholen.
Indien: DPDP Act wird konkret
Am 1. November 2026 treten die Durchführungsregeln zum Digital Personal Data Protection Act 2023 (DPDP Act) in Indien in Kraft. Der DPDP Act selbst gilt für die Verarbeitung digitaler personenbezogener Daten in Indien – aber auch für Anbieter außerhalb Indiens, sofern sie Waren oder Dienstleistungen für den indischen Markt anbieten.
Die Durchführungsregeln konkretisieren unter anderem die Anforderungen an eine überprüfbare Einwilligung sowie die Pflichten des "Data Fiduciary" (vergleichbar mit dem Verantwortlichen in der DSGVO). Wenn deine App Nutzer:innen in Indien hat oder gezielt dorthin vermarktet wird, lohnt sich jetzt ein Blick auf deine Einwilligungsmechanismen.
Chile: Neues Datenschutzregime ab Dezember
Am 1. Dezember 2026 tritt in Chile die Ley 21.719 in Kraft, die das bisherige Datenschutzrecht (Ley 19.628) ablöst und eine neue Aufsichtsbehörde schafft. Für Apps mit chilenischen Nutzer:innen bedeutet das ein grundlegend neues rechtliches Umfeld für die Verarbeitung personenbezogener Daten.
Auch wenn Chile für viele kleine Teams noch kein Kernmarkt ist – wer international wächst oder App-Store-Listings in Lateinamerika plant, sollte dieses Datum im Kalender behalten.
Warum das für kleine Teams zählt
Die vier Punkte oben haben eines gemeinsam: Sie betreffen nicht nur große Tech-Konzerne, sondern jede App mit KI-Funktionen oder internationalen Nutzer:innen. Gerade wenn eine App schnell mit Vibe-Coding-Tools gebaut wurde, fehlt oft die Zeit, jede neue Regel einzeln zu verfolgen – und genau das kann bei einer Prüfung oder einem App-Store-Review zum Problem werden.
Jetzt den Status deiner App prüfen
Du musst diese Fristen nicht auswendig lernen. Auf golexvibe.com/check kannst du kostenlos und ohne Registrierung prüfen, ob deine App aktuell abgedeckt ist – inklusive Datenschutzerklärung, Nutzungsbedingungen, Cookie-Banner und EU-AI-Act-Klassifizierung. So siehst du in wenigen Minuten, ob bei dir Handlungsbedarf besteht, bevor eine dieser Fristen greift.